Thursday, November 10, 2022

Israelitisches Familienblatt 5 (1902) 35 (28.8.1902) - Ptira of Jenny

Br. Rawitsch. Unsere Gemeinde ist in tief trauer verfezt  worden. Am 15. d Mis. verstarb in der Bluthe ihrer

Jahre die Gattin unseres hochverehrten Rabbiners, Herrn Dr. John Cohn, Frau Jenny Cohn geb. Goldstein. 


Unsere Gemeinde beklagt und beweint mit dem tieftrauernden Gatten

den hieben unmündigen Kindern, den Eltern und Geschwistern

den Tod dieser prächtigen, von allen Kreisen gleich geliebten und geehrten Frau, die Überall, wo sie erschien, Licht und Liebe verbreitete und an allen traurigen und freubigen Ereignissen innerhalb der Gemeinde siets den innigsten und aufrichtigsten Antheil

nahm. -- Die am 17. d. Mts. erfolgte Beerdigung bewies am besten, welch großer Liebe sich die Entschlafene erfreute und wie allgemein die Trauer um ihren frühen Heimgang ist. Nicht einer aus der Gemeinde fehste, um seinem Schmerze Ausdruck zu geben und auch ben zahlreichen Andersgläubigen sah man es

deutlich an, daß nicht Neugierde oder ber freie Sonntag, sondern die aufrichtigste Trauer sie an der Feier der Beerdigung theilnehmen ließ. 


Die Lehrer-Kollegien des Königl. Gymnasiums und

des Königl. Schullehrer-Seminars, der Direktor und die Deamten der Königl. Strafanstalt, an welcher Herr Dr. Cohn als Seelorger wirkt, Magistrat, Stadverorbnete und eine große Anzahl von Männern und Frauen aus der Bürgerschaft, sie Alle wetteiferten mit den Mitgliedern der Gemeinde, um den Hinterbliebenen ihr Beileib zu bezeugen. Im Trauerhause gab der Rabbiner

unserer Nachbargemeinde Bojanowo Herr Dr. Theodor, mit berebten Worten dem Schmerze Ausbruck, auf dem Friedhofe widmeten die Herren Dr. Kopfftein aus Deuthen Oberschl, der Heimath der Entschlafenen, und Dr. Margolies aus Florenz esterer in Vertretung seines mit der Familie Goldstein eng gefreundeten, aber durch Amisgeschäfte behinderten Schwiegervaters, Herrn Rabbiner Dr. Rosenthal in Breslau — tief 

empfundene Worte des Nachrufes, welche alle Anwesenden zu Thränen rührten. Als aber zum Schlusse der tiefgebeugte Gatte selbst das Wort ergriff, um Abschieb zu nehmen von der theuren Gattin, an deren Seite er sechszehn Jahre in glücklichster Ehe gelebt, da war des Schluchzens und Klagens kein Ende. Da war keiner unter den nach vielen Hunderten zählenden Menge, welcher die Trauer und den Schmerz im innersten Herzen nicht mitempfand. 


Groß und unausfallbar ist die Lücke, welche der lüde gerissen und schwer werden die Armen den Verlust empfinden, jenen die Wohlthäterin genommen ward. Aber fortleben wird nie Verklärte in unserer Mitte und wie die trauernde Familie ihrer nicht vergessen wird, so ist ihr auch in der Gemeinde ein dauerndes und dankbares undenken gesichert.



Br. Rawitsch. Our community is in deep mourning. On the 15th d Mis. passed away in the blood of her

years the wife of our revered Rabbi, Dr. John Cohn, Mrs. Jenny Cohn née Goldstein. 


Our congregation mourns and mourns with the deeply grieving spouse

the seven minor children, the parents and brothers and sisters

the death of this splendid woman, equally loved and honored by all circles, who spread light and love wherever she appeared and always took the most intimate and sincere part in all sad and joyful events within the community.

in all sad and joyful events within the community. -- The funeral, which took place on the 17th of this month, proved best of all how much love the deceased enjoyed and how general the mourning for her early departure is. Not a single member of the congregation was absent to express his grief, and even the numerous people of other faiths clearly showed that it was not

that it was not curiosity or the Sunday off, but the most sincere grief that made them participate in the celebration of the funeral. 


The teachers' colleges of the Royal Grammar School and the of the Royal School Teachers' Seminary, the director and the deputies of the Royal Penitentiary, where Dr. Cohn works as a pastor, the magistrate, the city councilors and a large number of men and women from the citizenry, all competed with the members of the community to testify to the bereaved. In the house of mourning the rabbi

In the house of mourning, the rabbi of our neighboring community Bojanowo, Dr. Theodor, expressed the grief with moving words; in the cemetery, Dr. Kopfftein from Deuthen Oberschl, the home of the deceased, and Dr. Margolies from Florence esterer, representing his father-in-law, who was a close friend of the Goldstein family, but who was hindered by business, Rabbi Dr. Rosenthal in Breslau, dedicated deeply felt words of obituary. 

Rosenthal in Breslau - deeply felt words of obituary, which moved all present to tears. But when at the end the deeply bowed husband himself took the floor to bid farewell to his dear wife, at whose side he had lived for sixteen years in the happiest of marriages, there was no end to the sobs and lamentations. There was no one among the crowd, which numbered in the hundreds, who did not feel the grief and pain in his innermost heart. 


The gap, which the deceased has torn, is large and unavoidable, and the poor will feel the loss, from whom the benefactress has been taken, with great difficulty. But the never transfigured will live on in our midst, and just as the grieving family will not forget her, so her lasting and grateful memory in the community is assured.


https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/11308605




Der Israelit 75 (1934) Heft 5 (1.2.1934)

 Personalien. Rabb. Dr. John Cohn זצ"ל 

Breslau, 30. Jan. 


Schon wieder ist das deutsche thoratreue Juden-tum von einem schweren Schlage betroffen worden, insbesondere die Gemeinde, in der der Heimgegan-gene seine letzten Jahre verbracht hat. 


Rabb. Dr. John Cohn ist am 3. Schwat, kurz vor Beendigung seines 75. Lebensjahres, nach langer Krankheit heimgegangen. Mit ihm ging ein Lamdon alten Schlages, wie sie die heutige Generation in Deutschland in dieser eigentümlichen Prägung wenig aufweist, von dannen. 


Der altehrwürdigen Gemeinde Altona entstammend, wohin sein Vater als junger Mann aus Marokko eingewandert war — er wurde dort Klausrabbiner — genoß der Verewigte seine erste Ausbildung bei den jüdischen Geistesgrößen dieser Gemeinde. 


Bis in sein spätestes Alter hinein be-trachtete er es als besonderes Glück, noch als Knabe zu Füßen des berühmten Altonaer Raws, R. Jokew Ettlinger — des Oruch l'Neir — gesessen zu haben. 


Nach Absolvierung des Gymnasiums zog er mit 17 Jahren an das Berliner Rabbinerseminar und wurde dort einer der Lieblingsschüler von R. Esriel Hildesheimer. 


Der Tod seines Vaters verhinderte die Vollendung seiner Studien in Berlin und rief ihn nach Altona zurück. Dort erhielt er von dem dama-ligen Oberrabbiner Dr. Löb, den er schwärmerisch verehrte, seine erste Hatoro, welcher später diejenige von R. Esriel Hildesheimer folgte. 


Von Altona wurde er auf seinen ersten Rabbinatsposten nach Wreschen berufen, von dort auf nach Rawitsch, wo er mehrere Jahrzehnte bis zum' Kriegsende als das allverehrte Oberhaupt seiner Gemeinde wirkte. Darüber hinaus wurde er bald einer der bekanntesten geistigen Füh-rer des thoratreuen Judentums, wenger durch sein Auftreten in der Oeffentlichkeit, als durch seine Wirksamkeit im internen Kreise der deutschen Rab-bonim und seine wissenschaftliche Tätigkeit. 


Am meisten bekant ist er wohl durch seinen Anteil an der deutschen Mischna-Uebersetzung und Erklärung geworden. Er war der Kommentator der Ordnung „Kodoschim" und führte später die von dem unvergeß-lichen Rektor des Berliner Seminars begonnene Ord-nung „Taharaus" zu Ende. Seine Kommentare zei-gen sich ebenso, wie durCh leichte Verständlichkeit durch eine gründliche wissenschaftliche Grundlage und Durcharbeitung der Quellen aus. Sie fanden auch in der wissenschaftlichen Welt allgemeine Aner-kennung.


Noch in der letzten Zeit hatte er zwei andere größere wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Methodik des Talmuds vollendet, die hoffentlich recht bald der Oeffentlichkeit zugängig gemacht werden. 


Ebenso groß wie als Wissenschaftler war er als Mensch. Als er nach Auflösung der Rawitscher Ge-meinde als Dajon nach Breslau berufen wurde, be-gann für ihn eine neue Tätigkeit auf dem Gebiet der praktischen Hut jüdischer Treue, indem er das Kasch-rus-Wesen unserer Gemeinde um- und ausgestaltete. Daneben war er an allen Einrichtungen, die dem thoratreuen Judentum dienten, führend beteiligt, sei es die Mittelstandsküche, die jüdische Schule, die Machsike-Thora. Bis vor einigen Jahren war er auch der Vorsitzende der Breslauer Ortsgruppe der Agu-das Jisroel, deren begeisterter Anhänger er von der Gründung an gewesen ist. Im Verbande der traditio-nell-gesetzestreuen Rabbiner Deutschlands, dessen Vorstand er angehörte, fiel wohl in letzten Jahren keine Entscheidung, bei der er nicht mitgewirkt hatte. Seine Persönlichkeit, in der die Würde des Talmid Chochom mit dessen Schlichtheit und Freundlichkeit gegen Jedermann gepaart war, zog alle in den Bann, die mit ihm in Berührung gekommen waren. Sein Haus war der Sammelpunkt geworden für diejeni-gen, die Lehre und Belehrung aus dem Munde dieses wahren Talmid Chochom suchten. 


Die Beisetzung fand am Montag, den 5. Schwat in der Ehrenreihe des Breslauer Lohefriedhofes unter grgroßer Beteiligung statt. Rabb. Dr. Hoffmann gab der tiefen Trauer Ausdruck, die der Heimgang dieses Mannes in Breslau hervorgerufen hat. Rabb. Dr. Auerbach, Berlin sprach im Namen des Rabbiner-Seminars, sowie im Auftrage der Vereinigung traditionell - gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands. Im Trauerhause wurden während der Schiwoh Hespedim abgehalten, bei denen Rabb. Dr. Binetter im Namen der Agudas Jisroel-Ortsgruppe und zwei Schüler für den Kreis der verwaisten Talmidim und Freunde Dankes- und Erinnerungsworte darbrachten. 


Mögen seine Verdienste seinen Kindern und sei-ner ihm gleichgesinnten Gattin, die es verstanden hatte, ihm das rechtde Milieu für sein Wirken und Tun zu bereiten, beistehen. 


ת.נ.צ.ב.ה


Personalities. Rabb. Dr. John Cohn זצ "ל 

Breslau, Jan. 30. 


Once again German Torah observant Jewry has been struck by a severe blow, especially the community in which the deceased spent his last years. 


Rabb. Dr. John Cohn went home on 3 Shvat, shortly before the end of his 75th year, after a long illness. With him, a Lamdon of the old type, such as the present generation in Germany has little of in this peculiar character, departed. 


Coming from the venerable community of Altona, where his father had immigrated from Morocco as a young man - he became a Klaus rabbi there - the immortalized man enjoyed his first education with the Jewish intellectuals of this community. 


Until his late age he considered it a special luck to have sat as a boy at the feet of the famous Altona rav, R. Jokew Ettlinger - the Oruch l'Neir. 


After graduating from high school, he moved to the Berlin Rabbinical Seminary at the age of 17, where he became one of the favorite students of R. Esriel Hildesheimer. 


The death of his father prevented him from completing his studies in Berlin and called him back to Altona. There he received his first Hatoro from the then Chief Rabbi Dr. Löb, whom he adored rapturously, which was later followed by that of R. Esriel Hildesheimer. 


From Altona he was appointed to his first rabbinate post in Wreschen, and from there to Rawitsch, where he served as the revered head of his community for several decades until the end of the war. In addition, he soon became one of the best-known spiritual leaders of Torah faithful Jewry, less through his public appearance than through his effectiveness in the internal circles of the German Rabbonim and his scientific activity. 


He is probably best known for his contribution to the German translation and explanation of the Mishnah. He was the commentator of the order "Kodoshim" and later completed the order "Taharaus" begun by the unforgettable rector of the Berlin seminary. His commentaries, as well as his ease of understanding, are characterized by a thorough scientific basis and elaboration of the sources. They found general recognition also in the scientific world.


Even in recent times he had completed two other major scientific works in the field of the methodology of the Talmud, which will hopefully be made available to the public quite soon.


As great as he was as a scientist, he was also great as a human being. When, after the dissolution of the Rawitsch community, he was called to Breslau as a Dayan, a new activity began for him in the area of the practical guardianship of Jewish loyalty, in that he reorganized and developed the kashrus system of our community. In addition, he played a leading role in all the institutions that served Torah-loyal Judaism, be it the middle-class kitchen, the Jewish school, the Machsike Torah. Until a few years ago, he was also the chairman of the Wroclaw chapter of Agudas Yisroel, of which he had been an enthusiastic supporter from its founding. In the association of the traditional law-abiding rabbis of Germany, of whose board he was a member, there was probably no decision in recent years in which he did not participate. His personality, in which the dignity of the Talmid Chochom was paired with his simplicity and friendliness towards everyone, captivated everyone who came into contact with him. His house had become the gathering place for those who sought teaching and instruction from the mouth of this true Talmid Chochom. 


The funeral took place on Monday, the 5th of Shvat in the honorary row of the Wroclaw Lohe Cemetery with great participation. Rabb. Dr. Hoffmann expressed the deep sorrow that the passing of this man has caused in Wroclaw. Rabb. Dr. Auerbach, Berlin spoke in the name of the Rabbinical Seminary, as well as on behalf of the Association of Traditional - Law-abiding Rabbis of Germany. Hespedim were held in the house of mourning during the shiva, at which Rabb. Dr. Binetter on behalf of the Agudas Yisroel local group and two students for the circle of orphaned talmidim and friends offered words of thanks and remembrance. 


May his merits be of assistance to his children and his like-minded wife, who knew how to prepare the right environment for his work and activities. 


ת.נ.צ.ב.ה


https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/2537971




Der Israelit 75 (1934) Heft 7 (15.2.1934)

 Kleines Feuilleton.

Zur Erinnerung an Rabbiner

Dr. Cohn in Breslau.

Die höchste Ehrung, die man Toten zuteil wer den lassen kann, besteht darin, daß man die Lippen der Schlafenden reden läbt. 

So will ich zu Ehren des soeben in Breslau verstorbenen Rabbiner Dr. John Cohn, der weiteren Kreisen durch seine wertvolle Mitarbeit an der deutschen Uebersetzung und Kommentierung der Mischna (Teile V und VI, Berlin und Wiesbaden) bekannt ist, in dankbarer Erinnerung an viereigjährige treue Freundschaft und Verbundenheit mit meiner Familie eine Deutung einer Mischna stelle mitteilen, die er mir bei unserem letzten Beisammensein gab. Seine Erklärung ist, wie er mir sagte, neu und dürfte, wie ich glaube, wegen ihres allgemeinen Inhalts nicht ohne lnteresse sein. Da die Mitteilung schon anderthalb Jahre zurückliegt und ihre Wiedergabe durch jemand geschieht, dessen Lebensarbeit sich nicht auf rabbinischem Gebiet abspielte, fällt dem Schreiber dieser Zeilen die Ver antwortung für ihre Fassung zu.

"Wer eigentlich (Wohltätigkeitsspenden) zu nehmen notwendig hätte und sie nicht

nimmt, stirbt nicht, ohne andere im Alter mit dem

Seinigen unterstützt zu haben. Denn es steht geschrieben: Gesegnet ist der Mann, der auf G'tt verraut, und G'tt wird seine Stütze sein (Jeremia 17, 7).Ebenso ist es bei dem Richter, der mit Wahrheit sein Urteil fällt." 

Man fragt sich: Wie kommt der Richter in diese Mischna stelle? Die Antwort ist:

Der in schlechten Verhältnissen Befindliche, der auf Gaben verzichtet, darf dies nur auf Grund dreier Voraussetzungen tun: 

Er muß erstens die Sachlage und die ihn umgebenden Verhältnisse richtig beurteilen, er muß zweitens Zutrauen zu seiner eigenen Kraft und Persönlichkeit besitzen und er muß dritens auf den Segen des Höchsten hoffen. 

Daß er vernünftig gehandelt hat, wird ihm später durch die Hilte des Allmächtigen bestätigt. Auch der gerechte Richter braucht für sein Urteil drei Vorbedingun gen:

Verständnisvolle Prütung der Sachlage. Glaube

an die eigene Urteilsfähigkeit und schließlich G'tt-vertrtrauen, daß er von dem Höchsten in seiner Entscheidung richtig geleitet werden wird. 

Ein auf dieer Grundlage gefällter Urteilsspruch verschaftt den Richter als Lohn ein gutes Gewissen, und er wird

Genosse G'ttes genannt. 

Dies ist der Zusammenhang zwischen dem Richter und dem Bedrängten, der mit Recht glaubt, menschliche Hille nicht in Anspruch nehmen zu müssen. 


Die Mischna vergleicht noch weiter einen Richter, der Bestechung nimmt, mit demenigen, der anderen Menschen ein Gebrechen vortäuscht, um ihrer Wohltätigkeit teilhaltig zu werden.


A.L.


***

Small feature.

In memory of Rabbi Dr. Cohn in Breslau.

The highest honor that can be paid to the dead is to let the lips of the sleeping speak. 

Thus, in honor of Rabbi Dr. John Cohn, who has just died in Breslau and who is known to wider circles for his valuable contribution to the German translation and commentary of the Mishnah (Parts V and VI, Berlin and Wiesbaden), I would like to share with you, in grateful memory of four decades of loyal friendship and closeness to my family, an interpretation of a Mishnah passage that he gave me at our last get-together. His explanation, as he told me, is new and, I believe, should not be without interest because of its general content. Since the communication dates back to a year and a half ago, and its reproduction is done by someone whose life's work did not take place in the rabbinical field, the responsibility for its version falls to the writer of these lines.

In the final Mishna in Peah it states: 

"Whoever should have needed to take (charitable donations) and does not take them

does not die without having supported others in their old age with his with his own. For it is written: Blessed is the man who trusts in G'd, and G'd will be his support (Jeremiah 17:7). Likewise it is with the judge who passes his sentence with truth." 

One wonders: how does the judge get into this Mishnah passage? The answer is:

The one in bad circumstances who renounces gifts may do so only on the basis of three conditions: 

First, he must correctly judge the situation and the circumstances surrounding him; second, he must have confidence in his own strength and personality; and third, he must hope for the blessing of the Most High. 

That he has acted reasonably will be confirmed to him later by the help of the Almighty. Also, the just judge needs three preconditions for his judgment:

Understanding of the situation. Faith in his own ability to judge, and finally trust in G'd that he will be correctly guided in his decision by the Most High. 

A judgment made on this basis gives the judge a good conscience as a reward, and he is called a comrade of God.

This is the connection between the judge and the afflicted, who rightly believes that he does not need to claim human help. 

The Mishnah further compares a judge who takes a bribe with one who feigns infirmity to others in order to partake of their charity.


https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/2537996





Der Israelit 70 (1929) Heft 8 (21.2.1929)

Der Israelit 70 (1929) Heft 8 (21.2.1929)

70 years - Israelitisches Familienblatt 31 (1929) 7 (14.2.1929)

Breslau. (Rabbiner Dr. John Cohn siebzig Jahre.) 

Am 8. Udar 1 (18. Februar) begeht Rabbiner Dr. John Cohn jeinen 70. Geburtstag. 

Aus diesem Anlaß wird am 17. Februar im großen Saal der Lessingloge ein Gestalt stattjinden. 

Ferier ist beabsichtigt, durch Er richtung einer, "Rabbiner-Dr. John-Cohn-Stiftung", deren Kapital für allgemein judische Wohljahrtszwede verwandt werden soll, den Jubilar besonders zu ehren. 

Rabbiner John Cohn entstandent einem altjüdischen Rabbiner-hause. Seine Jugend verbrachte er in Ultona und besuchte nach Absolvierung des vortigen Gymnasiums das damals neu gegründete Berliner Rabbinerheminat. 

In noch jungen Jahren lam er als Rabbiner nach Wrechen 1894 als Kreisrabbiner nach Rawitsch. 

Infolge der politischen Verhällnisse verließ er 1919 Rawitich und übernahm als Dajan die Leitung des Raschrußwesens in Breslau. Daneben entwickelte er eine reiche wissenschaftliche Tätigkeit. 

Ausger vielen Beiträgen in Zeitschriften und Zeistschriften sei als Hauptweil sein Mischnä-Ueberjetzung genannt. 

Auch seine Einführung n den Sprachschafz des Gebetbuch mird in padagogischen fachtreisen hochgeschätzt.